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Skandaldiscounter Lidl spioniert weiter gegen eigene Mitarbeiter

Presseecho


Lidl und kein Ende

Der Skandal-Discounter Lidl hat sensible Krankheitsdaten seiner Mitarbeiter in firmeninternen Unterlagen gesammelt - obwohl das arbeitsrechtlich bedenklich ist.

Datenschützer reagieren empört. Die sehr privaten Krankheitsdaten mit Angaben der Filialen und unverschlüsselten Namen wurden sorglos in einer Mülltonne entsorgt. Die rund 300 in einem Müllcontainer gefundenen Seiten dürften den Lebensmittel-Riesen erneut schwer in Bedrängnis bringen - nicht nur, weil sich in den offenbar sorglos weggeworfenen Papieren Namen, Personalnummern und Überstundenkonten von mehr als 600 Verkäuferinnen und Verkäufern finden. Dazu Kündigungsschreiben von Mitarbeitern, Personalstammblätter mit Adresse, Telefonnummer und dem Gehalt einzelner Lidl-Kräfte, Aufhebungsverträge, Arbeitszeugnisse, Spesenabrechnungen, Kopien von Sozialversicherungsausweisen, eine Namensliste von mehreren Dutzend Mitarbeitern, die krank gemeldet sind, eine Liste mit Minijobbern, die im Januar über der Gehaltsgrenze lagen, eine Liste von 90 Lidl-Filialen mit genauen Angaben über deren Tages- und Wochenumsätze.

Am spektakulärsten aber sind die Namenslisten aus einzelnen Filialen, in denen die Krankheiten der Mitarbeiter säuberlich notiert sind. Von Grippe, Rückenleiden und Bluthochdruck bis zu Klinikaufenthalten, künstlichen Befruchtungen und privaten Problemen. All diese Einträge stammen aus der Zeit nach der Entdeckung der Spitzelmethoden. Der Fund passt deshalb so gar nicht zu den Beteuerungen von Lidl, nach Aufdeckung des Spitzelskandals im vergangenen Jahr seine Lektion gelernt zu haben.

Im März 2008 hatte der "Stern" enthüllt, dass Lidl systematisch Detektive in Filialen geschickt hatte, die dort heimlich die eigenen Mitarbeiter ausspähten. Sie notierten, wer tätowiert war, wer ein verschwitztes T-Shirt trug oder wer mit wem womöglich ein Liebesverhältnis unterhielt. Bundesweit hatten Datenschützer danach die Ermittlungen aufgenommen, im September schließlich wurde der Discountriese wegen Datenschutzverstößen zu einer Geldbuße von mehr als einer Million Euro verdonnert.

Kommentar von Hartmut Laser:

Mitarbeiter werden weiter intensiv bespitzelt!
Es ist schon ein Skandal, dass solche sensiblen Daten von Mitarbeitern überhaupt widerrechtlich geführt werden. Das diese Daten dann auch noch unverschlüsselt in einer Mülltonne entsorgt werden zeugt von einer Unverfrorenheit die zum Himmel stinkt.

Lidl kommt aus den Negativschlagzeilen nicht raus. Wer so mit seinen Mitarbeitern umgeht dem gehört kräftig auf die Finger geklopft, eine Millionenstarfe nützt wenig. Bei der Bahn hat der Mehdorn die Quittung bekommen, hier sollten die Verantwortlichen persönlich haften. Eine Abschreckung sollte hier deutlich machen was erlaubt ist und was man besser lassen sollte.

Ein Arbeitnehmerdatenschutzgesetz muss dringend her, nur müssen strenge Sanktionen vor Missbrauch abschrecken.

Hier ein rechtlicher Hinweis für alle Arbeitnehmer/innen: Der Chef muss nicht alles wissen. Die Ursache der Krankheit ist und bleibt Privatsache. Bei einer Krankmeldung geht die Diagnose den Arbeitgeber nichts an. Sie sind in keinster Weise verpflichtet den Arbeitgeber Ihre Kranheitsdiagnose mitzuteilen. Es reicht völlig aus, wenn Sie Ihrem Arbeitgeber (unverzüglich, ohne schuldhaftes verzögern) mitteilen dass Sie krank sind und wielange der Krankenstand voraussichtlich dauert. Der Arbeitgeber hat einen Anspruch darauf, so schnell wie möglich von Ihrer Krankheit zu erfahren und wie lange die Krankheit dauert. Mehr nicht!

Wenn Sie so verfahren, können über Ihre Krankheiten auch keine Akten geführt werden.

Ich kaufe schon lange weder bei Lidl noch im Kaufland und zwar solange bis ich davon überzeugt bin, dass sowohl die Mitarbeiter als auch die Kunden menschenwürdig behandelt werden.